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Zverev mit lockerem Auftaktsieg – Engel sorgt für Sensation
Gegen Mittag schlug sich Alexander Zverev auf Practice Court Number 2 noch ein – dreieinhalb Stunden später stand er dann endlich auch auf dem Centre Court bei den...
19 Mai 2025
Gegen Mittag schlug sich Alexander Zverev auf Practice Court Number 2 noch ein – dreieinhalb Stunden später stand er dann endlich auch auf dem Centre Court bei den Bitpanda Hamburg Open. Am Montag stand das mit Spannung erwartete Erstrundenmatch des Weltranglistenzweiten auf dem Programm. Zverev war mit einer sogenannten A+ Wildcard noch auf den letzten Metern ins Turnier gekommen, ganz zur Freude des Hamburger Tennispublikums. Gegen den Amerikaner Aleksandar Kovacevic fand Zverev sofort gut ins Spiel, servierte druckvoll und traf immer wieder die Linien. Der erste Satz war eine klare Angelegenheit und endete aus der Sicht des besten deutschen Tennisspielers 6:1.
Der zweite Satz verlief nicht mehr so einseitig, der Amerikaner kam immer besser in die Partie. Die ersten drei Aufschlagspiele verliefen ausgeglichen, aber mit dem Punkt des Spiels gelang Zverev wieder das Break zum 3:1, als er einen Stoppball erlief und ein Volley im Anschluss verwandelte. Es war noch nicht die Vorentscheidung in einer Partie, die für Zverev zum Reinkommen in dieses ATP 500er-Turnier optimal war. Der Favorit auf den Titel braucht ja Matches, um sich auf die in einer Woche startenden French Open vorzubereiten.
Gegen Kovacevic, dem im zweiten Satz noch ein Break zum 3:4 gelang, probierte der 28-Jährige immer wieder auch unterschiedliche Varianten seines Schlagrepertoires aus. Zverev zeigte sich angriffsfreudig bei seinen zahlreichen Netzattacken. Aber der Amerikaner spielte sich sogar noch in den Tiebreak. Dort aber zog Zverev wieder an und servierte auch besser. Nach einer Stunde und 34 Minuten Spielzeit hieß es am Ende 6:1 und 7:6. Ihm habe im zweiten Satz ein bisschen die Konzentration gefehlt, sagte der Deutsche im Anschluss an das Match beim On Court Interview. Er zeigte sich sonst aber zufrieden mit seiner Leistung. Der nächste Gegner von Zverev wird Alexandre Muller am Mittwoch sein.
Rublev mit souveränem Auftaktsieg – Collignon muss verletzungsbedingt aufgeben
Der Weltranglisten-17. Andrey Rublev startete kurz vor dem Zverev-Match mit einem lockeren 6:4, 6:3-Sieg über den Bosnier Damir Džumhur in das Turnier. Rublev benötigte knapp 90 Minuten für seinen Zweisatzsieg und überzeugte mit einer stabilen Leistung. Er schlug drei Asse und gewann 83 Prozent der Punkte über den ersten Aufschlag. Mit dem Erfolg baute er seine Bilanz im direkten Duell gegen Damir Džumhur auf 6:0-Siege aus.
Brandon Nakashima aus den USA profitierte im ersten Match des Tages auf dem Centre Court von der Aufgabe Raphaël Collignons – der belgische Qualifikant konnte beim Stand von 6:5 für Nakashima wegen einer Verletzung nicht mehr weiterspielen.
Mit einer echten Überraschung hat Justin Engel am Montagabend bei den Bitpanda Hamburg Open für Schlagzeilen gesorgt. Der 17-jährige Nürnberger setzte sich im rein deutschen Duell gegen Routinier Jan-Lennard Struff mit 7:6 (7:4), 7:6 (7:4) durch – und feierte damit seinen zweiten Sieg auf der ATP-Tour. „Unglaublich, heute hat einfach alles funktioniert. Ich bin sprachlos und muss das erstmal verarbeiten“, sagte Engel direkt nach dem Match. Eine besondere Note erhält der Sieg auch dadurch, dass Struff früher der Babysitter von Engel war. Die beiden kennen sich also seit vielen Jahren.
Als Belohnung wartet für Engel nun ein echter Gradmesser: Im Achtelfinale trifft der Nachwuchsspieler, der vom früheren Top-Profi Philipp Kohlschreiber betreut wird, auf die Nummer 17 der Welt – Andrey Rublev.
Engel und Struff lieferten sich von Beginn an ein hart umkämpftes Match. Beide agierten druckvoll von der Grundlinie, doch Engel zeigte sich von der großen Bühne unbeeindruckt. Mit mutigem Spiel und starker Körpersprache hielt er gegen den favorisierten Struff dagegen – und nutzte in beiden Tiebreaks seine Chancen eiskalt. Struff, dessen Saison bislang holprig verläuft, fand nie zu der gewohnten Stabilität.
Für Engel war es ein Abend, den er so schnell nicht vergessen wird – und vielleicht der Beginn einer ganz besonderen Woche in Hamburg.